BLOG : 11.04.2017 : Zurück in den Job nach einem Burnout?

Im Dosier der aktuellen Psychologie heute zum Thema Arbeit & Leben, bin ich auf einen Artikel gestoßen, den ich sehr interessant fand. Zurück in den Job nach einem Burnout, ist für viele Klienten ein großes Thema und auch Fragezeichen. Mit am größten ist meinem Gefühl nach die Angst davor unter Umständen einen Rückfall zu erleiden. Oft sind die neu erlernten Verhaltensweisen noch gar nicht ganz fest verankert und die Sorge ist berechtigt, ob man unter Druck und Stress nicht doch in alte Muster gerät.

Meine wichtigsten Empfehlungen:

- Wägen Sie den Zeitpunkt für den Wiedereinstieg gut ab!
- Achten Sie penibel auf regelmäßige Pausen (mind. 5 pro Tag)!
- Wählen Sie eines oder mehrere Entspannungsverfahren aus, mit Hilfe derer Sie mehrmals wöchentlich Raum für Erholung
schaffen (7-4 mal 30 Minuten)!

Oft ist die Entscheidung auch nicht leicht, ob man wieder in den alten Job zurück möchte und ob im selben zeitlichen Umfang wie zuvor. Der Weg zurück ins Hamsterrädchen scheint in diesem Fall noch kürzer, aber auch dies muss man natürlich individuell betrachten. Für viele Klienten ist ein Neuanfang heilsam, da manchmal vielleicht auch vor der Krise gar nicht die eigene Profession gelebt wurde. Oft führen aber bestimmte Verhaltenswweisen, wie starkes Leistungsdenken oder Perfektionismus zur Erschöpfung. In diesen Fällen könnte es sogar hilfreich sein, erstmal in ein vertrautes Arbeitsumfeld zurück zukehren und sich nicht gleich mit neuen Aufgaben erneut zu überfordern.
Dies gilt es innerhalb der Psychotherapie immer zu erarbeiten und individuell zu betrachten . Nicht zuletzt belastet viele Klienten, dass Umfeld und Kollegen meist nicht mit Jubeltaumel auf die neuen Verhaltensweisen reagieren. Nun kann Kollege "Müller" plötzlich NEIN sagen und lässt sich nicht mehr jedes ungeliebte Zusatzprojekt wehrlos auf den Tisch knallen und macht obendrein noch pünktlich Feierabend. Da läuft für Chef und Kollegen natürlich auch erstmal ein neues Programm! Viele Klienten verunsichert das und die Versuchung ist groß, sich wieder biegsam zu machen, um ja nicht aus dem Kollegenkreis ausgeschlossen zu werden. Mein Rat wäre, sich und den Kollegen etwas Zeit zu geben, sich an die neue Situation zu gewöhnen! Am Ende ist allen gedient und auch der Chef merkt in der Regel schnell, dass ein selbstfürsorglicher und entspannter Mitarbeiter, mindestens genauso wertvoll für das Unternehmen ist!