BLOG : 09.11.2017 : Jemand Zuhause?

Immer häufiger fällt mir in Gesprächen mit Klienten und Bekannten auf, dass Menschen wirklich überall sind, nur nicht bei sich selbst. Die Anforderungen und Oberflächenreize sind derart gewachsen, dass es nur noch um's funktionieren geht aber keinesfalls um leben.

Viele glauben sich zu kennen, indem Sie ihrem Ego ein paar fixe Ideen zufügen.
"Ich bin Manager"
"Ich bin Marathon Läufer"
"Ich war mit 200 Frauen im Bett"
"Ich bin Instagramer"
"Ich bin ein Influencer" usw.usw.usw.
Diese Art der eher banalen und oberflächlichen Beschäftigung mit uns selbst, fördert der digitale Kapitalismus natürlich, sie hat aber nichts mit echter Selbstfindung zu tun!

Nur wie sollen wir uns selbst finden, wenn wir uns gar nicht spüren? Hier liegt häufig der erste Schritt der Auseinandersetzung mit uns selbst. Wir lernen wieder unseren Körper, unsere Grenzen und unsere Bedürfnisse zu spüren. Häufig braucht das etwas Zeit, sich aus dem ratternden Kopf wieder in einen fühlenden Körper zu bewegen. Und ist diese Verbindung wieder hergestellt braucht es auch einiges an Training und Bewusstheit, dabei zu bleiben. Auch ist es häufig sinnvoll, uns an ein jüngeres Selbst zu errinnern, denn da hatten wir meist noch Kontakt zu unseren Herzenswünschen und Potentialen.

Dann aber spüren Sie sehr sicher, was Sie in Ihrem Leben brauchen und wollen und was nicht. Was ist Ihr Weg, abseits vom äußeren Erfolg und Beifall? Was stiftet wirklich Sinn und Befriedidung und nicht nur den kurzfristigen Egopush der stets gefolgt von einem Gefühl großer Leere ist? Nicht umsonst ist die Selbstfindung ein hohes Ziel eines gelingenden Lebens. Und es gibt wohl auch kein schöneres Gefühl als "nach Hause zu kommen" :-).