BLOG : 15.04.2017 : Die Glücksfrage!

Seit jeher beschäftigen sich Menschen mit der Suche nach dem Glück. Vielleicht geht die Faszination auch gerade davon aus, dass der Begriff des Glücks per se nicht greifbar oder messbar ist. Denn ist Glück nicht letztlich etwas sehr Individuelles?
In der Psychologie beschäftigt sich ein ganzer Zweig mit dieser Frage. Martin Seligman, der Begründer der positiven Psychologie, widmet sich seit vielen Jahrzehnten in seiner Forschung der Frage nach einem gelingenden Leben. Er macht für das Wohlbefinden 5 Faktoren aus, die im Wesentlichen bestimmen, ob es uns gut oder weniger gut geht.

1. Positives Gefühl
2. Engagement
3. Sinn
4. Positive Beziehungen
5. Zielerreichung

Das klingt ja erstmal super, aber die meisten von uns werden nicht wissen wie sie dahin kommen. Dafür hat Herr Seligman natürlich auch ein therapeutisches Konzept mit zahlreichen Übungen erarbeitet, die den Klienten bei dieser Entwicklung unterstützten. Aber was kann ich auch außerhalb einer Therapie für ein gutes Lebensgefühl tun?
Bei der Beantwortung dieser Frage, lohnt ein kleiner und laienhaft formulierter Ausflug in die Neurobiologie. Unser Gehirn funktioniert letztlich wie ein Computer. Wir können entscheiden welche Software wir ihm aufspielen. Indem wir uns positive Gedanken machen, kurbeln wir den komplexen Neurotransmitter - und Hormonhaushalt dahingehend an, dass solche Botenstoffe ausgeschüttet werden, die uns auch ein positives Gefühl schenken (hier spielen vor allem Dopamin und Serotonin eine Rolle). Kurzgefasst bedeutet das, unsere Gedanken bestimmen unsere Gefühle! Und wir können ja entdscheiden wie wir denken.

Häufig sind wir mit Erwartungen im Außen beschäftigt und versuchen ständig unseren Chef, unsere Eltern oder den Partner zufrieden zu stellen. Zentraler wäre zunächst die Frage, was uns selbst gut tut? Was brauchen Sie? Bei welchen Aktivitäten fühlen Sie sich wohl? Und wenn Sie diese Fragen beantwortet haben, holen Sie sich mehr davon!
Was nicht vernachlässigt werden sollte, ist die zentrale Grundstimmung in unserem Land. Ich glaube wir Deutschen sind Miesepeter - und Mecker - Weltmeister. Und das trotz einem derart hohen Lebensstandard, dass wir ihn oft gar nicht zu schätzen wissen. Umgeben Sie sich möglichst mit positiven Menschen!
Und gleichzeitig gehört zu einem erfüllten Leben auch die Erkenntnis, dass wir nicht jeden Tag glücklich sein müssen!!! Wir dürfen auch mal Trübsal blasen, grübeln, hadern oder wüten! Die Natur hätte diese "Gefühlspalette" nicht eingerichtet, wenn Sie nicht auch sinnvoll wäre!
Ich halte es ja mit Hectors Reise auf der Suche nach dem Glück (sehr unterhaltsamer Roman von Francois Lelord). Hier mal einige seiner Lektionen, die er auf seiner Reise ausmachen konnte, die ich besonders wesentlich finde:

Lektion Nr. 1: Vergleiche anzustellen ist ein gutes Mittel, sich sein Glück zu vermiesen.
Lektion Nr. 2: Glück kommt oft überraschend.
Lektion Nr. 3: Viele Leute sehen ihr Glück nur in der Zukunft.
Lektion Nr. 4: Viele Leute denken, dass Glück bedeutet, reicher oder mächtiger zu sein.
Lektion Nr. 5: Manchmal bedeutet Glück, etwas nicht zu begreifen.
Lektion Nr. 6: Glück, das ist eine gute Wanderung inmitten schöner unbekannter Berge.
Lektion Nr. 7: Es ist ein Irrtum zu glauben, Glück wäre das Ziel.
Lektion Nr. 8: Glück ist, mit den Menschen zusammen zu sein, die man liebt.

Das is natürlich eine etwas eindimensionale Betrachtung des Weges zum Glück oder zur Erfüllung! Oft spielt unsere persönliche Geschichte oder schwere Schicksalsschläge eine Rolle. Und dann sind solche Hinweise zwar nett aber dennoch schwer umzusetzen. Mit etwas Geduld und der richtigen Unterstützung, kann sich aber jeder auf diesen Weg begeben! Vergessen Sie nicht, dass Glück sehr bescheiden ist und sich häufig in die Unscheinbarkeit oder Nebensächlichkeit kleidet und dann übersehen wir es nur allzu leicht. Ich wünsche Ihnen viel Freude, bei Ihrer ganz persönlichen Reise auf der Suche nach dem Glück! Die Glücksfrage